Der Ruhe-Nerv: Warum Yoga die beste Medizin für dein Nervensystem ist und wie du den Vagusnerv aktivieren kannst
- 29. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen

Hast du dich nach einer Yogastunde auch schon mal gefragt, warum sich dieser tiefe, wohlige Frieden in dir ausbreitet? Es ist nicht nur die Freude über eine gelungene Praxis oder die Dehnung deiner Muskeln. Es ist Biologie. Genauer gesagt: Es ist dein Vagusnerv, den du gerade sanft aktiviert hast.
In unserer Leistungsgesellschaft läuft unser Nervensystem ständig auf Hochtouren. Wir hetzen von Termin zu Termin, scrollen durch Nachrichten und die To-do-Liste im Kopf hört niemals auf. Die Folge? Chronischer Stress. Doch Yoga besitzt einen geheimen Schlüssel, um die biologische Notbremse zu ziehen.
Was ist der Vagusnerv überhaupt?
Der Vagusnerv ist der längste unserer zwölf Hirnnerven. Er entspringt im Gehirn und wandert wie ein weit verzweigtes Netz durch den gesamten Körper – vorbei an Ohren, Kehlkopf, Herz und Lunge bis tief hinunter in den Bauchraum. Deshalb nennt man ihn im Lateinischen auch den „wandernden Nerv“ (nervus vagus).
Er ist der Hauptakteur unseres Parasympathikus – also des Teils unseres Nervensystems, der für Erholung, Verdauung, Heilung und Entspannung zuständig ist. Wenn der Vagusnerv aktiv ist, sinkt der Herzschlag, die Muskeln entspannen sich und der Körper schaltet auf Regeneration.
Wie Yoga den „Ruhenerv“ aktiviert
Das Geniale am Yoga ist, dass wir über die Bewegung und den Atem direkten Zugriff auf diesen Nerv haben. Hier sind drei Wege, wie wir ihn auf der Matte stimulieren:
Über die tiefe Bauchatmung (Pranayama): Da der Vagusnerv durch das Zwerchfell verläuft, wird er bei jeder tiefen Ein- und Ausatmung physisch massiert. Besonders eine verlängerte Ausatmung signalisiert dem Gehirn sofort: „Wir sind in Sicherheit. Du kannst dich entspannen.“
Durch sanfte Kompression und Drehung: Asanas wie Vorbeugen oder sanfte Twists üben einen leichten Druck auf die Organe im Bauch- und Brustraum aus. Beim Lösen der Haltung strömt frisches Blut durch das Gewebe – ein absoluter Wohlfühl-Reiz für den Vagusnerv.
Über die Stimmbänder: Da der Nerv auch den Kehlkopf versorgt, aktivieren Schwingungen und Vibrationen in der Kehle den Parasympathikus im Eiltempo.
Tipp aus dem Yoga Garden: Eine der kraftvollsten Atemübungen für genau diesen Effekt ist die Bhramari-Atmung (die Hummel). Durch das sanfte Summen beim Ausatmen bringst du deinen Vagusnerv direkt zum Schwingen.
In meinem separaten Blogbeitrag erfährst du genau, wie die Hummel-Atmung funktioniert. Hier klicken.

3 einfache Asanas für dein Nervensystem
Du musst keine komplizierten Verrenkungen machen, um deinen Vagusnerv zu pflegen. Diese drei Haltungen wirken Wunder:
Die Kindshaltung (Balasana): Die Stirn liegt am Boden auf, der Blick geht nach innen, der Bauch wird durch die Oberschenkel sanft massiert. Ein sofortiger Rückzugsort für gestresste Nerven.
Der unterstützte Schulterstand oder Beine an die Wand (Viparita Karani): Durch das sanfte Umkehren des Blutflusses wird der Baroreflex am Hals aktiviert, was dem Vagusnerv signalisiert, den Blutdruck und Puls zu senken.
Die liegende Drehung (Supta Matsyendrasana): Perfekt, um Spannungen im Zwerchfell und im Bauchraum zu lösen.
Erlebe es selbst im My Yoga Garden
Die Theorie zu kennen ist schön – es im eigenen Körper zu spüren, ist unbezahlbar. Genau darum widmen wir uns in unseren Stunden regelmässig der gezielten Regulierung des Nervensystems.
Möchtest du deinem Vagusnerv eine extra Portion Fürsorge schenken und tiefen inneren Frieden mit in deinen Alltag nehmen? Dann komm in meine Vagusnerv-Spezialstunde im My Yoga Garden.

Hier kannst du deinen Platz auf der Matte buchen - kleiner Tipp dazu: die Stunde am Sonntag 17:00 widmet sich ganz besonders dem Vagusnerv:
FAQ: Häufige Fragen zum Vagusnerv & Yoga
Wie schnell lässt sich der Vagusnerv durch Yoga aktivieren?
Die Aktivierung des Vagusnervs erfolgt oft schon innerhalb weniger Minuten. Bereits nach 3 bis 5 bewussten, tiefen Atemzügen (mit verlängerter Ausatmung) oder einer kurzen Runde der Hummel-Atmung (Bhramari) signalisiert der Nerv dem Gehirn Entspannung, wodurch der Herzschlag spürbar sinkt.
Kann man den Vagusnerv beim Yoga auch falsch aktivieren?
Nein, eine schädliche Überaktivierung durch sanftes Yoga ist im Alltag nicht möglich. Wichtig ist jedoch, dass die Übungen ohne Leistungsdruck und Schmerzen praktiziert werden. Verbissenheit erzeugt Stress, was die Wirkung blockiert – im My Yoga Garden steht daher die sanfte Achtsamkeit im Fokus.
Welche Yoga-Stile eignen sich am besten für das Nervensystem?
Besonders ruhige und meditative Stile wie Yin Yoga, Restorative Yoga und Yoga Nidra sind ideal. Sie arbeiten mit langem Halten der Positionen und tiefer Entspannung, was dem Vagusnerv die perfekte Umgebung bietet, um den Parasympathikus voll zu aktivieren.



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